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    Liebe Gottesdienstbesucherin, lieber Gottesdienstbesucher,

    die Zahl der Neuansteckungen mit dem Corona-Virus steigt wieder stark an. Gemäss den neuen Weisungen des BAG gilt ab Montag, 12.Oktober generelle Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen. Das Hygienekonzept für kirchliche Anlässe in der Kirche Beatenberg musste daher entsprechend angepasst werden.


    Hygienekonzept für kirchliche Anlässe in der Kirche Beatenberg
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    Das Brett

    Lukas Stettler

    Gleich ganz am Anfang der Bibel steht ein Loblied auf die Schöpfung. In sieben Strophen wird beschrieben, dass das Leben nicht einfach zufällig entstanden ist, sondern durch Gottes Schöpferwort ins Leben gerufen wurde. Fünf Mal antwortet der Refrain auf diese Strophen mit den Worten: «Gott sah, dass es gut war». Nach der Erschaffung der Menschen heisst es dann sogar: «Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut».

    Wer deshalb denkt, die Bibel sei zu blauäugig, weil sie nur Augen für das Gute in unserer Welt habe, hat ein Brett vor dem Kopf. Wer sucht, findet in der Bibel nicht nur Loblieder sondern auch viele Klagelieder. Die Bibel weiss sehr wohl, dass in unserer Welt nicht alles nur gut ist und dass Gewalt, Ungerechtigkeit und Krankheiten dazu gehören.

    Höchstwahrscheinlich wurde der Schöpfungsbericht von israelitischen Priestern im Exil in Babylon geschrieben. Die Israeliten durchlebten in babylonischer Gefangenschaft eine tiefe Lebenskrise. Sie hatten allen Grund zum Klagen. Ist es nicht erstaunlich, dass in dieser Zeit der Schöpfungsbericht entstanden ist? Irgendwie fanden diese Menschen die Kraft und einen Weg zurück ans Licht. Das Loblied auf die Schöpfung trug entscheidend dazu bei, dass sie sich in ihrer grossen Not all dem zuwenden konnten, was trotzdem noch gut war. Mit Naivität hat dies nichts zu tun, vielmehr mit Durchhaltewillen und einer tiefgreifenden Lebensweisheit, welche in dieser Weise wohl erst beim Durchleben von tiefer Not gewonnen werden kann.

    Wer sich keine Zeit nimmt, die Schönheit der Schöpfung wahrzunehmen, hat ein Brett vor dem Kopf, sagt die Bibel sinngemäss. Mir scheint aber, dass wir in unserem von Wohlstand und Bequemlichkeit geprägten Leben wenig empfänglich sind für derartige Weisheit. Das hängt auch damit zusammen, dass wir mit künstlichen Reizen richtiggehend überflutet werden. Wo wir uns auch in der Öffentlichkeit bewegen, die Flachbildschirme mit Schlagzeilen und Werbespots sind allgegenwärtig. Sie alle ziehen unsere Blicke auf sich und benebeln unsere Sinne so sehr, dass wir die Schönheit der Schöpfung gar nicht mehr sehen können. So kann man die Fahrt im Postauto oder im Zug gar nicht mehr so recht geniessen, weil der Blick gegen allen Willen immer wieder zum Bildschirm wandert.

    Ich frage mich nur, weshalb wir uns diese Bretter vor dem Kopf gefallen lassen. Es ist das liebe Geld. «Wenn das Geld im Kasten klingt, wir zu allem ja sagen blind». Höchste Zeit also, die Augen wieder zu öffnen. Und nicht nur die Augen, sondern all unsere Sinne und unseren Verstand. Denn sie gehören zu den guten Schöpfungsgaben. «Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; Gott aber sieht das Herz an», heisst es im 1. Buch Samuel im 16. Kapitel. Selbstverständlich ist diese Feststellung nicht abschliessend gemeint, sondern sie fordert uns dazu auf, ebenso mit dem Herzen zu sehen.

    Räumen wir also auf mit den Brettern, die uns nur Äusserlichkeiten vorgaukeln und suchen nach dem, was gut tut und Sinn macht.


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    Webseite: Christine Aellig Stettler und Lukas Stettler